Über den letzten Tag der Mexiko-Reise habe ich noch nicht berichtet. Zusammen mit einer Menschenrechts-NGO sind wir am Samstag in den Süden Oaxacas gefahren, um eine Region mit vielen Windparks zu besuchen. Wir hatten bereits seit einem Jahr viele Beschwerden über diese Windparks gehört und wollten uns das mal mit eigenen Augen anschauen. Nach 5 Stunden Fhrt durch die Berge tauchten dann auch riesige Windparks auf – mit hunderten Windmühlen. Die lokalen Aktivisten führten uns herum und berichteten, dass sie nicht konsultiert worden waren. In einigen Fällen war ihre Einwilligung in die Nutzung ihres Landes sogar gefälscht. Eine vernünftige Umweltfolgenabschätzung wurde anscheinend nicht gemacht – einer der Windparks soll auch im stärksten Durchflugsgebiet für Migrationsvögel sehen. Landwirten wird der Zugang zu ihrem Land verweigert, wenn es im Windpark liegt. Die Windmühlen sind zudem anscheinend schlecht gebaut und Flüssigkeit läuft aus ihnen heraus. Wir sahen auch zwei Windmühlen, die sich selbst entzündet haben und ausgebrannt sind. Es ist uns völlig unverständlich, wie Unternehmen, zu denen auch europäische gehören, so vorgehen können. Es gibt keinen Grund dafür, Menschen von ihrem land fernzuhalten und Menschen nicht zu konsultieren, auf deren Gebiet die Kraftwerke stehen soll, ist skandalös. Leider nutzen die Unternehmen dabei schwache Bundes- und Landesgebiete und die Regierung schreitet nicht ein. Der Profit von Unternehmen steht gegen das Interesse der Bevölkerung und der Verlierer scheint leider klar. Im spanischen Parlament planen die Grünen jetzt eine Befragung spanischer Unternehmen, die sich im Ausland nicht an europäisches Recht und europäische Normen halten. Das ist ein guter Weg, um Druck auf europäische Unternehmen aufzubauen und klar zu machen, dass uns in Europa nicht egal ist, was die Firmen anderswo machen. In ganz Europa brauchen wir verbindliche Regeln der sozialen und ökologischen Verantwortung für Firmen, die global aktiv sind.
